Zurück in die Realität

Ich habe nach meiner Ankündigung zum Rückzug aus dem Netz einige Anfragen erhalten und deswegen entstand folgender Text, den ich einfach in Zukunft weiterreichen werde. Ganz unten wird eine PDF dazu noch downloadbar sein in shaa Allah. Die kann man ja nutzen, um die Briefkästen in seiner unmittelbaren Umgebung zu füllen, weil das Thema jeden ansprechen und zum Nachdenken bringen sollte.

Update 16.07.2019:

Als hochwertiger Druck mit Heftbindung, hier zu bestellen:

Heft „Zurück in die Realität“

Susann Uçkan

Zurück in die Realität

Was das soziale Netzwerk mit uns Menschen macht

***

Kapitel 1 – Ich

Wer bin ich? Ich glaube das erste Mal, wo man sich diese Frage stellt, ist zwischen 4 und 40.

Seitdem es das Internet und das Soziale Netzwerk gibt, darf auch jeder bei der eigenen Selbstfindung dabei sein. Die Absicht des sich selbst Findenden: ich zeige euch meinen Weg und vielleicht ist es hilfreich für die/den einen oder anderen – so redet man es sich schön und so funktionierte es auch bei einigen Influenzern.

Influenzer sind die Menschen, die ihr Leben der Öffentlichkeit präsentieren und ans Netz verkauft haben. Klingt hart, aber wenn man all das Emotionale und Kreative weglässt, ist es nun mal nur das. Einige sind da so hineingerutscht und waren teilweise sogar überfordert, andere haben bewusst diesen Weg gewählt.

Doch Influenzer machen nur einen kleinen Teil der Menschen im Internet aus. Der viel größer Teil sind die, die unterhalten und beeinflusst werden wollen und angeblich steuern, wer überhaupt Influenzer wird.

Ich sage bewusst „angeblich“, denn der Markt ist mittlerweile groß im Bezug auf das Thema: „Mit welchen Mitteln kann man die Menschen so beeinflussen, dass sie erstens DICH wahrnehmen und zweitens sogar interessant finden – völlig unabhängig davon, ob du damit etwas Nützliches für die Weiterentwicklung der Menschheit leistest. Die Werkzeuge der Manipulation jedenfalls sind sehr gut erprobt und vielfältig.

Nun ist das ICH auf der Suche nach sich selbst und ordnet sich da ein, wo es denkt, dass es der richtige Platz ist. Meist folgt man erst einmal den Influenzern und lässt sich „influenzen“ oder eleganter ausgedrückt: inspirieren… was auch immer.

Dann fängt man an, selbst Inhalt zu liefern – und BAM – du bist drin. Gratulation. Fleißig offenbarst du ab jetzt Gedanken, Ideen, Gefühle, „Meinungen“ und die Freundschaftsliste wächst – angepasst an deinen Interessen.

Die Filterblase wird zu deinem neuen Zuhause – kuschelig, mit all den anderen virtuellen ICHs, verbunden … über eine Internetleitung … und du hast das Gefühl, ein Teil dieser großen Welt zu sein.

Dein ICH verliert sich Stück für Stück, denn du präsentierst nur den Teil, der positiv ist – das tun sie aber alle. Im Netz ist jedes ICH eine verzerrte Version des Accountinhabers und unsere Kinder wachsen da hinein – in eine Welt, wo sie über „Likes“ verzweifelt versuchen, ihre Fehler zu kaschieren – zu filtern – und unterbewusst anfangen zu zweifeln, ob sie überhaupt normal sind, denn die anderen sind ja so viel besser.

Dein virtuelles ICH fängt an zu dominieren und bei jedem Post holst du die positiven Alltagssituationen hervor, präsentierst sie stolz dem wartenden Publikum – und wehe du hast mal einen miesen Tag und kannst keinen Content liefern. Früher hat man dann einfach Katzenbilder als Überbrückung gepostet. Heute tut es ein super spiritueller Spruch auf einem schönen Hintergrund.

Das ICH will nun mehr Aufmerksamkeit. Ach wie gut, dass es den „Gefällt mir“ Button gibt. Das Herz springt vor Freude, wenn das Telefon vibriert, weil deine App dir als Benachrichtigung schon rot eine Zahl markiert, die zeigt, dass deine Aktion eine Reaktion verursacht hat – ein „Like“ mehr. Und um so enttäuschter ist man, wenn minutenlang da gar nix passiert. Es wird zu einer wichtigen Sache, welche sogar deine Gefühlslage beeinflussen kann – eine lächerliche Zahl hinter dem „Daumen hoch“ oder dem Herzchen…

Und dann gibt es die Momente, wo du und dein ICH außerhalb des „SocialMedia“ sich bildlich gegenüber stehen und einander nicht mehr erkennen – weil sie zu unterschiedlich geworden sind.

Kapitel 2 – Du

Morgens, wenn es Zeit wird aufzustehen, hat jeder so seine Rituale, um wach zu werden. Ein Großteil der Menschen greift erst einmal zum Smartphone und checkt, was passiert ist, während das Hirn im Schlaf Ruhe gefunden hatte. Schließlich drehte sich die Welt ja weiter und es wäre ein „Verlust“, wenn man etwas davon verpassen würde – was man ja letztendlich trotzdem verpasst hat. Man kann halt aber nun mit Hilfe des sozialen Netzwerkes wenigstens zeitnah nachlesen, was früher sonst Tage brauchte, um zu uns vorzudringen und somit an Brisanz verloren hätte.

Dabei ist es vor allem wichtig, mit zu den Ersten zu gehören, die den eigenen „Senf“ dazu beitragen müssen – um noch möglichst viele bestätigende „Likes“ abgrasen zu können. Und dann noch diese tolle Gefühl, wenn man auch noch mehr „Likes“ mit seinem Kommentar bekommen hat, als die anderen „Senfhersteller“.

Während DU dich wieder in deinem virtuellen ICH verlierst – noch bevor du einen Schritt aus den Bett gemacht hast -vergeht kostbare Zeit im Hier und Jetzt.

HIER ist die Realität, die Wirklichkeit – erfassbar mit allen Sinnen, die dein reales ICH braucht, um sich zu orientieren: das heller werden des Raumes, die Wärme unter deiner Decke, der bekannte Geruch eines geliebten Menschen , das Gefühl des langsam zum Leben erwachenden Körpers, der sich nach Strecken und Dehnen sehnt, die vertrauten Geräusche vom Leben außerhalb deiner Wohnung…

Kostbare Zeit vergeht und dann wandert der Blick kurz oben in die linke Ecke deines Handys und du hastest schnell aus den Bett, den die Uhr hat sich schneller weitergedreht, als einem das Gefühl vorgegaukelt hat.

Deine Gedanken sind noch beim letzten Kommentar oder schon beim nächsten Post und alles, was du im Spiegelbild im Badezimmer siehst, ist ein ICH, welches nicht das ist, was die Fotos von dir im Netz präsentieren – Filter sei Dank.

Und dabei willst du doch auch nur so „perfekt“ erscheinen, wie all die anderen gefilterten Personen mit ihrem gefilterten Lifestyle. Übrigens, Frauen haben es da gut… mit MakeUp kann man wenigstens in der realen Welt so einiges im Gesicht „wegfiltern“ – doch nicht beim Selbstbewusstsein. Unter all den Farben steckt immer noch ein verletzliches Wesen, welches glaubt, dass ihr Wert nur gesteigert wird, wenn sie ihre Makel verdeckt.

Und die Männer? Sie tun mir leid, denn ihre Männlichkeit verschwindet hinter dem Erfolgsdruck, den man sich jetzt nicht nur in der realen Welt, im Arbeitsleben und auf der Straße stellen muss (Alphatier, Versorger, Beschützer, der Stärkere etc.), jetzt erweitert sich das Feld und wird internationaler. Aber wenn man genauer hinschaut, dann sind das sehr merkwürdige Dinge, mit dem sie sich gegenseitig „provozieren“.

Während man sich früher in seinem „Dorf“ gerade mal mit ein paar wenigen Konkurrenten wegen kleineren aber wichtigen Machtpositionen anlegen musste, geht es heutzutage im sozialen Netzwerk um unsinnige Oberflächlichkeiten, die keinen moralischen, menschlichen, ideellen oder spirituellen Wert haben – es geht nur um: DAS besitze ICH .

Übrigens, dein reales ICH begibt sich jetzt in die Küche und muss nun die Entscheidung treffen: gesundes Frühstück mit Foto und motivierenden Spruch, oder doch nur Cornflakes und auf den „Gefällt mir“ Rausch verzichten.

Währenddessen du nun die Nahrung in den Körper schiebst und dein Gaumen noch nicht mal das Signal ans Hirn weitersenden kann, ob es nun das gesunde Frühstück war oder Pappe mit Zucker, scrollst du dich erst durch die Mails und wenn noch Zeit ist, über die Timeline. Was um dich herum passiert, bleibt ein Geheimnis.

Widerwillig packst du das Smartphone in die Tasche (oder stöpselst die Kopfhörer hinein, um die realen Geräusche um dich herum mit dummen Beats zu übertönen) und öffnest die reale Tür zum realen Leben und tauchst ein in eine reale Welt von realen Menschen … die du aber nicht wirklich REALISIERST – sie dich übrigens auch nicht. Aber das weiß du ja. Zum Glück bist du auf ihre „Likes“ nicht angewiesen.

Kapitel 3 – Wir

Ab und zu kommt es in der realen Welt mal vor, dass wir tatsächlich mit Jemandem sozialen Kontakt aufbauen (müssen). Gut – auf dem Weg zur Arbeit, Schule, Termin und Co. kann man Gesprächen perfekt aus dem Weg gehen, wenn man sich das kleine elektronische Viereck vor die Nase klebt und so tut, als würde man etwas Wichtiges damit erledigen müssen. Da das jeder um dich herum so macht, fällt es auch keinem auf, wenn du mal hochschaust, um nicht Ganz in die falsche Richtung zu laufen.

Solltest du dann doch jemanden Bekanntes treffen und einem Gespräch ist nicht mehr aus dem Weg zu gehen, dann bleibt das Smartphone aber demonstrativ noch in der Hand – wo soll es sonst hin, schließlich ist es deine Welt, die du da in den Händen hältst.

Zum Glück vergisst man Kommunizieren nicht so schnell, schließlich kennt man das noch aus Kindertagen, als Mama noch mit einem von Angesicht zu Angesicht redete oder in der Kita Rollenspiele das erwachsene Leben darstellen sollten… Das, was man sich als Kind eben so vorstellte – oder YouTube einem vorspielte.

Also redet man miteinander über das, was man gerade im Smartphone gelesen hat: gefiltertes Privates sowie Politisches… eben alles, was die Timeline so hergibt. Und sollte es tatsächlich zu einem tieferen Gedankenaustausch kommen, unterbricht einem ganz schnell wieder der Alltag. Zeit ist unser Feind. Und schon bist du wieder allein – mit deiner virtuellen Welt in der Hand.

Wie, glaubst du, war wohl das früher ohne das soziale Netzwerk? Kaum vorstellbar, nicht wahr. Und verstehst du jetzt dieses Gefühl, „allein unter vielen zu sein“?

Verstehst du jetzt, das das WIR nicht existiert?

Klingt zu depressiv, fast schon unglaubwürdig?

Sagen wir mal so: WIR sind im Netz gemeinsam laut, wenn uns etwas nicht passt. WIR können mit Worten Lawinen lostreten, über Tage hinweg uns über ein gravierendes Ereignis in der Welt in Rage schreiben, nur um irgendwann jeder für sich im eigenen Alltag zu verschwinden und weiterhin wie ein Hamster im Rad sich fortzubewegen.

WIR haben es immer noch nicht geschafft, Hunger und Armut zu beseitigen, Kriege zu beenden, die Umwelt zu schützen und machtgierige Strippenzieher zu beseitigen – ein WIR gibt es nicht.

Kapitel 4 – Sie

Wer sind „SIE“? Sie, die über all dem stehen: über den Influenzern, über dem Marketing und der Geldmaschinerie, über den SocialMedia Plattformen, über den Filterblasen – dem, was zu dir vordringt in deiner virtuellen Welt und dich in deiner realen Welt beeinflusst – SIE, die über dir stehen und deine Fessel binden, in dem sie dein Ego füttern?

Eigentlich spielt es keine Rolle, wer SIE sind, denn es kommt am Ende nur darauf an, was du zulässt, wie weit SIE DICH beeinflussen dürfen.

Es liegt in deiner Hand, welche Welt du verändern willst: die virtuelle oder die reale Welt.

Sie geben dir die Mittel und entweder nutzt du sie richtig oder so, wie sie es vorgesehen haben. Nicht nur, um Geld durch dich zu verdienen – durch die Daten, die du kostenlos lieferst (aber anderen Firmen viel Wert sind).

SIE erhalten durch dich selbst Einblick in dein Leben, wie durch ein Schlüsselloch. Teilweise sogar durch das „Schlüsselloch“ im Schlafzimmer oder gar Badezimmer. Aber du hast ja nichts zu verbergen, richtig?

Ich gebe dir eine mal bildliche Vorstellung von dem, was sich hinter dem allen verbirgt:

Stell dir vor, jedes Wort oder Foto, welches du im Netz veröffentlichst, kostet Geld. Du würdest sozusagen Geld verdienen damit. Aber das Geld kommt nicht zu dir, sondern zu dem, der dir die Plattform zur Verfügung stellt. Würdest du das zulassen?

Du tust es!

Stell dir vor, du erlaubst Fremden in dein Haus zu kommen, deine Schränke zu durchwühlen, neben dir zu sitzen, während du mit deiner Mutter telefonierst – der Lautsprecher ist natürlich an – und du erlaubst obendrein noch einen Einblick in dein Schlafzimmer, während du mit deinem Partner Zeit verbringst. Würdest du das alles erlauben?

Du tust es bereits? (Ich sage nur: Apps mit Zugangsberechtigung auf Mikrofon und Kamera, Alexa, Siri und Co.)

Und nicht nur Posts und Kommentare bei Facebook, Instagram, Twitter usw. – auch WhatsApp, Skype, jede Suche über Google, jeder Verlauf bei YouTube, jedes „Like“, „Gefällt mir“, „Herz“ und „Daumen hoch“! All diese Aktionen von dir im Netz sind wertvolle Daten zum Analysieren – um dich nicht nur mit gezielter Werbung zu triggern, sondern eine Art virtuelle Akte – ein Profil von dir zu speichern, welches wahrscheinlich mehr über dich aussagt, als dir selbst bewusst ist.

SIE kennen dich besser, als du dich.

Deswegen bist du nur eine Marionette, die gelenkt wird – sind die meisten, also brauchst du nicht an dir zweifeln. Du bist normal.

Die Frage ist nur, möchtest du eine Puppe an Fäden bleiben?

Kapitel 5 – Raus aus der virtuellen Welt, hinein in die Realität

Ich gebe dir eine Schere, mit dem du die Fäden durchschneiden kannst. Sie liegt direkt vor dir.

Ja, es ist ein merkwürdiger fast schmerzhafter Gedanke, sich von seinen Fesseln zu befreien. Selbst abgestreifte Fesseln fühlen sich anfangs wie ein Verlust an.

Ich könnte dir jetzt sagen: probiere es mal 4 Wochen aus und dann kannst du dir die Fesseln ja wieder anlegen oder um beim Vergleich mit der Marionette zu bleiben: verbinde dich einfach wieder mit einem Knoten an den Fäden, die dich führen sollen.

Natürlich fragt man sich: geht es überhaupt ohne das soziale Netzwerk? Wie kann ich Kontakt zu meinen Verwandten und Freunden halten? Alle sind dort und wie schön einfach es doch ist, nicht jedem einzeln über seine momentane Situation berichten zu müssen.

Einfach ganz unpersönlich für sie und den Rest der Welt alles in ein paar Worte und Bilder packen, mit Emojis ausschmücken (damit wenigstens ein Gefühl von Persönlichkeit mitgesendet werden kann) und mit einem Klick ist jeder bei dir auf den neusten Stand über dich. Spart auf jeden Fall ne Menge Zeit … und das „wärmende“ Miteinander.

Ach ja, es ist auch sehr viel bequemer und weitreichender, sein Produkt auf den virtuellen (überfüllten) Markt zu bringen. Dabei ist der marketingbezogene Aufwand um ein Vielfaches über dem Verhältnis zur Einnahme oder dem bisschen Gewinn. Natürlich kannst du dir von einem der tausenden LifeCoaches zeigen lassen, wie es geht – selbstverständlich gegen Bezahlung.

Was wäre denn, wenn du die Zeit, die du am Smartphone verschwendest, nutzt, um nur ein paar Minuten mit deinem Nachbar zu reden?

Einfach mal mit einem Teller Kekse vor der Tür stehen und klar sagen: „Komm, lass uns zusammen bei einer Tasse Kaffee nur ein paar Minuten quatschen. Wie geht es dir eigentlich?“

Es würde aber schon reichen, das Smartphone auch mal als Telefon zu benutzen und jemanden anzurufen, mit dem man sonst über die Kommentarefunktion oder dem Messenger „redet“.

Dein Produkt übrigens, welches du verkaufen möchtest, könnte in deinem realen unmittelbaren Umfeld mit wesentlich weniger Konkurrenz und richtigem Marketing Anklang finden. Es stellt sich dann auch sicherlich schnell heraus, ob eigentlich eine Notwendigkeit besteht oder du einfach nur etwas Unsinniges produziert hast, was eh kein Mensch braucht.

Dieser Part des Loslösens aus dem sozialen Netzwerk ist wohl der, der am meisten wehtut.

Da das Internet aber nicht per se zu verteufeln ist, lohnt es sich durchaus, auf einer eigenen Webseite zumindest das virtuelle Schaufenster für die Welt sichtbar zu machen und dann kommt halt der Teil der Mundpropaganda – der Teil, der dir zeigen wird, ob du wirklich gut in deinem Bereich bist, oder echt noch an dir arbeiten musst. Den eins wird die Realität nicht – filtern.

Also, ab sofort kein soziales Netzwerk im Internet mehr, sondern reale Kontakte!

Anfangs sicherlich ungewöhnlich und scheinbar anstrengender ABER im Nachhinein wesentlich menschlicher und verbindender! Ein reales soziales Netz mit realen (Ver)Bindungen.

Ich verstehe, dass du dir immer noch nicht vorstellen kannst, dass das eine gute Idee sein soll. Denn scheinbar hat das soziale Netzwerk so viele Vorteile – macht alles so viel leichter und eröffnet ja so viele Möglichkeiten, die es sonst nicht gäbe.

Diese Argumente sind absolut richtig ABER was ist mit dem, was durch das soziale Netzwerk kaputt geht?

Kapitel 6 – Was das soziale Netzwerk mit uns macht

Jetzt sind wir da, wo es Zeit wird, der Realität ins Auge zu sehen und nicht nur die verlockenden und schönen Seiten des Sozialen Netzwerkes zu betrachten, sondern mit dem Finger auf die Wunden zu drücken, die eigentlich jeder schon spürt, aber bisher mit dem Balsam der medialen Ablenkung zu heilen versuchte.

  1. Wer kennt dich so, wie du wirklich bist?
    Wer weiß, was er tun muss, um dich wieder auf die richtige Spur zu bringen?
    Wessen Kritik trifft dich wirklich so tief, dass du nicht beleidigt oder verletzt reagierst, sondern positiv animiert, ein besserer Mensch zu werden?

    Diese Menschen sind es, mit denen du deine Zeit verbringen solltest – denen du deine Gedanken und Worte, Zeit und Gefühle schenken solltest – weit weg von der Öffentlichkeit, von Plattformen, die deine Worte nutzen, um Geld damit zu verdienen. Teile dein Leben nicht über eine Internetleitung, sondern im Hier und Jetzt.

    Alle anderen angeblichen Bekannten und Freunde im Netz, die du nie persönlich treffen wirst, sind nicht wichtig – weder ihre Meinung, noch ihre Anerkennung, noch ihre Zuneigung in Form von „Likes“. Die kennen eh nicht dein komplettes Ich, nur das Gefilterte und wer weiß, ob sie im realen Leben deine Freunde wären, wenn ihr euch ohne Filter kennen würdet.
  1. Bist du zufrieden mit dir?
    Was möchtest du mehr, besser oder anders?
    Ist es beeinflusst von der gefilterten virtuellen Präsenz von Influenzern, oder weil deine realen Freunde es haben/können?
    Wer könnte dir helfen, deine Ziele zu erreichen?

    Die mediale Welt ist eine Lüge. Das wissen wir bereits seit Photoshop und aufgedeckten FalsFlag-Ereignissen. Angefangen hat es mit der Vermarktung von Produkten und endet bei der Vermarktung von Menschen und Lifestyle. Niemand lebt in einer perfekten Welt und jeder hat irgendein Problem.
    Sei es der Milliardär, der nachts zugekokst in seiner Villa liegt und sich seinen Emotionen entzieht, weil er sonst erkennen würde, dass der Großteil seine Leute um ihn herum entweder sich ihre „Freundschaft“ bezahlen lassen, oder an ihm mitverdienen.

    Oder sei es der Star, der Selbstmord begeht, weil seine Seele die ganze Zeit nach echter Liebe geschrien hat, er aber nur oberflächliche Zuneigung für sein vermarktetes ICH zwischen seinen vielen Terminen zu spüren bekam – keine Zeit für Tieferes.

    Will man das: unpersönliche Anerkennung auf sein gefiltertes Leben in der virtuellen Welt?
    Braucht man das?
    Macht einen das zufriedener und zu einem besseren Menschen?
  1. Was ist mit unseren Kindern?
    Was vermitteln wir Ihnen?
    Welche soziale Kompetenz kann sich durch eine unpersönliche gefilterte virtuelle Präsenz entwickeln?
    Wie wirkt sich das auf deren zukünftige Kinder aus?

    Damals ohne Internet gab es auch schon Konkurrenzgedanken, Kräftemessen, Angezicke im Sandkasten, auf dem Pausenhof oder in der Clique – ungefiltert, real, natürlich und mit Hilfe von echten Emotionen, echter Hilfe von echten Freunden aufarbeitbar … mit genügend Zeit, wo Wunden heilen konnten und man gestärkt hervortrat.

    Ab dem digitalen Zeitalter des sozialen Netzwerkes und der Unmenge an Personen, die gleichzeitig Vorbilder aber auch Konkurrenz sind – den zeitnahe immer schneller werdenden Veränderungen, Trends und Richtungsweisungen… Ein Chaos – viel zu schnell – keine Zeit für Entwicklung, keine Zeit zum Nachdenken – es bleibt keine Zeit zum Selbstfinden. Wenn ein junger Mensch diese Zeit nicht bekommt, so wird er als Erwachsener nicht wissen, wer er ist!

    Diese vielen Persönlichkeitsstörungen haben alle einen Ursprung – sogar noch vor der Idee des sozialen Netzwerkes (ich würde behaupten, seit Beginn der Vermarktung in Medien) – auf jeden Fall aber durch die egoverstärkenden Plattformen der sozialen Netzwerke im Internet verstärkt.

    Unsere Kinder müssen wieder lernen, dass Dinge auch Zeit brauchen und man nicht immer alles sofort haben kann (selbst eine Fähigkeit), dass ihre Fehler normal sind und man daran arbeiten kann und muss – dass niemand fehlerfrei ist. Sie müssen lernen, dass Emotionen echt und gut sind und man mit ihnen soziale Kompetenz erlernt – nicht über Emojis – dass die reale Welt die Liebe und Anerkennung geben kann, nachdem sich jeder so sehnt.
  1. Was ist dein Beitrag für die Gesellschaft?
    Welche Erleichterung erreichst du für andere?
    Ist deine Hilfe, deine Dienstleistung, dein Produkt eine Bereicherung?
    Bist du darin besser, als deine Konkurrenz?
    Kannst du noch besser werden?

    Mal ganz ehrlich: seit den sozialen Netzwerken und der Verbreitungsmöglichkeit mit Hilfe von Filtern, geschönten Empfehlungen und viel Lärm um nichts, glaubt jeder Hinz und Kunz, dass er die beste Idee hat, das beste Produkt – und all die Menschen brauchen es – ausgerechnet das hatte die ganze Zeit ja gefehlt. Was für ein EgoMist.

    Ja, so denken 90 Prozent der Menschen im Netz.

    Freie Marktwirtschaft „my ass“.

    Nur wer das meiste Geld ins Marketing rein stopft, die besten Tricks zum Filtern und keine Skrupel vor Manipulation (und „Flunkern“) hat, gewinnt! So einfach. Im Netz herrschen andere Regeln.

    Die Realität aber verlangt von dir, dass du die realen Menschen mit realem Handeln und überzeugenden Produkten so beeindruckst, dass sie dich an ihre Nächsten weiterempfehlen.

    Diese Weiterempfehlung kommt nur dann an, wenn eine Person der Person vertraut, die diese Empfehlung ausspricht. Man sagt: wenn du eine positive Empfehlung bekommst, dann trifft die auf ein bis maximal 3 Personen und verbreitet sich nur zäh. Wenn du eine negative Empfehlung bekommst, dann verbreitet es sich leider viel schneller und trifft dann auf einmal auf 7 Menschen und noch mehr (die wiederum erzählen, was sie selbst nur gehört haben und keiner wird sich vom Gegenteil überzeugen wollen).

    Ich verstehe also sehr gut, wenn man den leichteren gefilterten Weg über die sozialen Netzwerke gehen möchte – aber weißt du was: mach das selbst mit deinem Gewissen aus. Schließlich kann jeder zwischen Richtig und Falsch wählen – zwischen Gut und Böse.

Kapitel 7 – Der richtige Zeitpunkt ist jetzt!

Es ist eigentlich ganz einfach. Jeder Kontakt bekommt fairerweise eine Benachrichtigung von dir. Jedem Account gibt man einen letzten ankündigenden Post – für jeden lesbar … und dann deaktiviert oder löscht man sein virtuelles ICH.

Alles andere braucht Zeit und etwas Mühe, wird aber belohnt mit realen Erlebnissen, Gesprächen und Freundschaften an denen man wachsen kann, an die man sich tatsächlich erinnern kann, weil alle Sinne beteiligt waren.

Deine Daten gehören wieder dir und während du das erste Mal bewusst die Luft einatmest, deine Augen vom Bildschirm hebst und aus den Fenster schaust, wirst du vielleicht sogar spüren können, dass sich das irgendwie besser anfühlt.

Da draußen sind sie – die Gefangen in ihrer Filterblase und an den Strippen, derer, die uns wegen Geld mit Leichtigkeit und kaltem Schulterzucken das wegnehmen können, was die Menschen eigentlich jetzt um so dringender brauchen: realen sozialen Kontakt.

Die Liebsten um dich herum brauchen dich – die Menschen in deiner Umgebung – die Gesellschaft in deiner Stadt … Du brauchst sie … und gemeinsam können wir wieder einen Weg zurück in die Realität finden – raus aus der gefilterten, manipulierten, virtuellen und zerstörerischen Welt.

Du kannst als Vorbild anfangen, kannst anderen zeigen das es geht – nimm die Schere und schneide die Fäden durch.

Jetzt!

Hier die PDF:

Werbeanzeigen

Der letzte Blogbeitrag, der letzte Post – raus aus der virtuellen Welt, hinein in die Realität

Was mache ich eigentlich hier, was hält mich noch – es wird Zeit zu akzeptieren, dass ich mit dieser virtuellen Welt keine Zufriedenheit erlange. Was ich sagen wollte, habe ich gesagt und selbst das, was ich wahrscheinlich irgendwann noch hätte gern sagen wollen, haben bereits andere schon vor mir getan.

Ich erfinde nichts Neues, das einen Mehrwert für die Menschheit hat und ich bin nichts Besonderes… nur eine von Vielen, die mit Hilfe der virtuellen Welt versucht Erinnerungen für die Nachwelt zu schaffen. Was für ein Ego-Müll!

Es wird Zeit zu erkennen, dass 90 % der Menschen im Internet kein nützliches Wissen schaffen, welches im Alltag weiterhilft. Es geht letztendlich um Geld (Produkte, Menschen, Unterhaltung) oder um Nachrichten – gefiltert, emotional, vergiftet.

Ich habe hier nichts zu suchen, deswegen beende ich es – kurz und schmerzlich und für immer. Kein Blogbeitrag mehr, keine Posts und keine Kommentare.

Nur eine Email Adresse lasse ich hier stehen, für die, die mein bisher produziertes Zeug lesen und dazu Fragen haben, oder Hilfe brauchen.

Meine Zeit gehört jetzt denen, die real vor mir stehen, in dessen Augen ich schauen kann, während ich spreche und die ich anlächeln kann – kein gelber grinsender digitaler Kreis, den ich mit einem Klick versenden kann.

Email ist okay. Dafür reserviere ich vielleicht eine Stunde am Tag in shaa Allah und auch nur denen, die meine Hilfe brauchen. Helfen ist wichtig und für irgendwas muss das Internet ja gut sein. Echtes Wissen schaffen nur Wenige – nicht ich und auch nicht 90 % der anderen Egos da draußen. Dieses nützliche Wissen hat seine Daseinsberechtigung im Netz! Und nur dafür öffne ich ab heute den Browser!

Unterhaltung gibt das Leben – die Realität genug… Man muss nur hinsehen!

Susann Uçkan

Update 10.07.2019:

SubhanAllah, und da taucht auf einmal dieser Artikel auf und beschreibt genau das, was mich ganz unabhängig davon zu diesem Schritt bewegte: Zeitgeist des Influencer – Die Öffentlichkeit als Ersatzgott

Update 11.07.2019:

Auch sehr interessant, das Interview mit einem der Apple Gründer: Steve Wazniak – Löscht euer Facebookkonto

Update 16.07.2019:

Hier ein kleines Heftchen mit überzeugenden Argumenten (in shaa Allah)

Heft: „Zurück in die Realität“

Gutes Benehmen ist die beste Dawah

Nachdem ich einen Vortrag von Nouman Ali Khan gehört habe, wo er darüber sprach, wie es unseren Propheten Muhammad (saws) erging, als er anfing über den Islam zu sprechen und wie die Menschen um ihn herum reagierten, sprudelte mein Kopf wieder über mit Gedanken.

Der Vortrag war wie immer sehr inspirierend. Muhammad (saws) war vor seinem Prophetentum bekannt als „der Ehrliche“. Sein Charakter war vorzüglich und die Leute vertrauten ihm. Als er anfing, den Islam zu verbreiten, wendeten sich viele Menschen von ihm ab, Geschäftsbeziehung gingen in die Brüche, selbst Verwandte hielten ihn teilweise als verrückt. Andere wiederum sahen in ihm aber immer noch den Ehrlichen und Vertrauenswürdigen, sie glaubten ihm sofort und zweifelten auf Grund seines Charakters nicht an seinem Verstand.

Hier komme ich auf unsere Zeit, auf dich und mich zurück. Wie wir nach außen wirken ist sehr entscheidend und eigentlich ist es auch jedem klar. Wer einen guten Charakter hat, wird sehr geschätzt, dem glaubt man, dem vertraut man – selbst wenn man etwas nicht sofort versteht oder nachgeprüft hat.

Ehrlichkeit steht da an erster Stelle, genauso wie Zuverlässigkeit (Versprechen einhalten) und Mitgefühl bzw. Hilfsbereitschaft.

Unzählige islamisch wertvolle Charaktereigenschaften können das Gesamtbild zu einem beeindruckenden Erlebnis für Andere machen. Auf einmal erinnern sich die Menschen an dich, als ehrgeizig, korrekt, präzise, aufrichtig, offen, warmherzig, geduldig u.s.w und sie verbinden es mit dem Islam in shaa Allah.

Ein paar Beispiele:

Beim Einkauf an der Kasse gibt dir die Kassiererin ausversehen zu viel Geld zurück. Du bemerkst es erst zu Hause und fährst extra zurück. Selbst 2 Stunden später stehst du vor der Kassiererin und gibst es ihr wieder. Nicht nur, dass sie dir dankbar sein wird, weil sie das Minus bei der späteren Abrechnung nicht aus eigener Tasche ausgleichen muss, sie wird es vielleicht weitererzählen: diese/r Muslim/a, die extra zurück gekommen ist, jeder andere hätte es einfach eingesteckt.

Es sollte dir hierbei nicht um dich gehen, sondern was du allgemein repräsentierst: den Islam. Du tust das, weil es das ist, was Allah gefällt.

Oder in der Arbeitswelt. Manchmal wird die Zeit knapp, aber die Arbeit muss fertig werden. Es gibt eine schnelle Lösung, die aber nicht präzise ist und später sogar neue Probleme hervorrufen kann. Doch der Kunde wird sich eher positiv an den Muslim erinnern, der eine vollkomme Arbeit abliefert. Um das zu erreichen, kannst du entweder deine Freizeit investieren oder um mehr Zeit bitten (mit dem Argument der besseren Qualität) – besser als schlechte Arbeit abzuliefern.

Als muslimischer Nachbar macht man einen positiven Eindruck, wenn man stets freundlich grüßt, hilft, kleine Aufmerksamkeiten gibt, sauber auftritt etc. Wer sich verkriecht, weil er nichts mit den „Westlichen“ zu tun haben will, wird nur bestätigen, was Medien schon prophagieren: der Islam gehört nicht dazu.

Das heißt natürlich nicht, jetzt die nichtmuslimischen Feste mitzufeiern oder beim Grillfest mit Alkohol dabei sein zu müssen. Einladung können genauso ehrlich und freundlich abgelehnt werden, ohne Belehrung oder die Gefühle zu verletzen. Selbst etwas zu organisieren und einzuladen kann den Kontakt genauso festigen in shaa Allah.

Und so gibt es immer wieder Situationen, wo man als Muslim reflektieren sollte, ob das eigene Verhalten islamisch repräsentativ als Dawah zu sehen ist. Nicht weil man als Person beliebt sein will, sondern weil man den Islam (vor)lebt.

Das führt übrigens ganz unbemerkt auch dazu, dass man sich selbst für Allah bemüht einen besseren Charakter zu bilden, ihm näher zu kommen in shaa Allah.

Gutes Benehmen als Dawah ist somit für dich (es bringt dich eher ins Paradies in shaa Allah) und zweitrangig für die Menschen, die du zum Islam einladen möchtest.

Das hat Nouman Ali Khan im Vortrag auch so erklärt: du wirst doch erst ernst genommen, wenn dein Charakter vorbildlich ist und niemand eine Schwachstelle nutzen kann, um an deinen Verstand zu zweifeln.

Wenn du also befürchtest, dass die Menschen um dich herum dich als irre bezeichnen, nur weil du Muslim bist, dann überzeug die nicht mit Reden, sondern mit guten Benehmen.

Verstand, Seele und Ego – Islamische Ethik

Bismi ʾllāhi ʾr-rahmāni ʾr-rahīm

Zur Zeit lese ich das Buch „Islamische Ethik“ von Hüseyn Hilmi Isik (Hier seine beeindruckende Biographie: Link) und weil es mich so inspiriert, möchte ich bei Gelegenheit über einige interessante Themen kurz schreiben in shaa Allah.

Wechselwirkung zwischen Verstand, Seele und Ego aus islamischer Sicht

„Verstand, Seele und Ego – Islamische Ethik“ weiterlesen

Die Absicht (Niyya)

Bismi ʾllāhi ʾr-rahmāni ʾr-rahīmi

Des öfteren kommt es vor, dass andere Geschwister die Absicht eines Bruders oder einer Schwester in Frage stellen. Das kann ganz subtil und ohne großes Nachdenken in einer gutgemeinten Nasiha (Ratschlag) passieren, aber auch vollkommen bewusst und dann auch meist öffentlich vor anderen direkt aussprechend.

Zur Zeit ist Ramadan und da häufen sich diese Aussagen, gerade im Social Network.

„Die Absicht (Niyya)“ weiterlesen

Fitness und Gesunde Ernährung – Unser Körper-eine Amana

Seit über einem Jahr habe ich nun schon diese andere Webseite, inklusive dem von mir veröffentlichten Buch im Netz.

MuslimaFit (Link)

MuslimaFit

Meine erste Webseite – diese hier – habe ich nun schon länger ohne Beiträge gelassen. Aber in shaa Allah kann ich bald wieder mehr schreiben. So lange habt ihr Zeit auf meiner anderen Webseite mehr zum Thema Fitness und gesunde Ernährung im Bezug auch auf Islam zu erfahren.

As salamu alaikum

Die Prüfungen Allahs

Und gewiß werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wir gehören Gott und zu Ihm kehren wir zurück.“ Auf diese läßt ihr Herr Segnungen und Barmherzigkeit herab und diese werden rechtgeleitet sein.” (Quran 2:155-157)

***

Meinen die Menschen, sie würden in Ruhe gelassen werden, wenn sie bloß sagten: „Wir glauben“, und meinen sie, sie würden nicht auf die Probe gestellt?  Und Wir stellten doch die auf die Probe, die vor ihnen waren. Also wird Gott gewiss die erkennen, die wahrhaftig sind, und gewiss wird Er die Lügner er kennen.” (Quran 29:2-3)

***

„Jede Seele wird den Tod kosten; und Wir stellen euch mit Bösem und mit Gutem auf die Probe; und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.“ (Quran 21:35)

***

„(Er,) Der den Tod erschaffen hat und das Leben, auf daß Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte;“ (67:2)

„Die Prüfungen Allahs“ weiterlesen

Willenskraft

Um erfolgreich zu sein, bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Unabhängig davon, wohin der Erfolg uns bringen soll, ist dabei ein wesentlicher Punkt die Willenskraft.

Es gibt ein kleines Büchlein, welches ich bei einer größeren islamischen Buchbestellung gratis dazu bekam und wo ich lange nicht einen Blick darauf geworfen hatte. Nun aber hatte es mein Interesse geweckt und ich war sehr überrascht, wie motivierend sein Inhalt war.

„Auf ein Wort junge Leute!“ von Prof. Dr. Ali Fuad Basgil
Übersetzt von H. Achmed Schmiede

Zugegeben, die Übersetzung liest sich etwas schwer, aber dennoch möchte ich einige kleine Ideen aus diesem Büchlein hier mitverwenden. Das Thema selbst bezieht sich im Buch eher auf Erfolg in der Arbeitswelt. Ich wiederum nutze es als Stütze für das Thema:

Mit Willenskraft zu mehr Erfolg im Glauben

„Willenskraft“ weiterlesen

Das bedrohliche Kopftuch

Nachdem es in allen Medien hallt: „Kopftuchverbot für Lehrerinnen in Deutschland gekippt“ kommen nun die Diskussionen darüber, wann eine Gefährdung für den Schulfrieden vorherrscht und somit die Schule berechtigt wird, doch ein Kopftuchverbot auszusprechen. Schon allein, dass viele Schulleiter sich äußern, nicht genau einschätzen zu können, wann eine Gefahr vom Kopftuch ausgeht (Artikel in DTN), zeigt den Unwillen über das Urteil und die aktive Suche nach einer potenziellen Gefährdung. Hinter dieser „Ratlosigkeit“ steckt Angst vor einer angeblichen und nicht sichtbaren Gefahr – Angst vor dem Islam.

„Das bedrohliche Kopftuch“ weiterlesen

Taqwa – mehr als nur Gottesfurcht

In dem kurzen Video von Noman Ali Khan über das „Fasten ohne Taqwa“ (englisch) erklärt er an dem arabischen Wort, dass Taqwa nicht nur Gottesfurcht bedeutet, sondern auch Schutz – Schutz vor sich selbst und den Sünden, die man begehen könnte. Das wirft für mich ein anderes Licht auf diesen Begriff und macht es verständlicher.

Indem man Taqwa hat, wird jede Situation, in der wir eine Sünde begehen könnten, genau durch diese Gottesfurcht verhindert. Wir gedenken in diesem Moment Allahs und halten uns vor allem deswegen davon fern, weil wir dem Feuer entgehen wollen – weil wir ins Paradies wollen. Taqwa ist somit ein wichtiger Bestandteil unseres Glaubens und eine wichtige Vorraussetzung, um das Paradies zu erreichen. Diese Wichtigkeit ist nicht zu unterschätzen.

„Taqwa – mehr als nur Gottesfurcht“ weiterlesen