Willenskraft

Um erfolgreich zu sein, bedarf es bestimmter Voraussetzungen. Unabhängig davon, wohin der Erfolg uns bringen soll, ist dabei ein wesentlicher Punkt die Willenskraft.

Es gibt ein kleines Büchlein, welches ich bei einer größeren islamischen Buchbestellung gratis dazu bekam und wo ich lange nicht einen Blick darauf geworfen hatte. Nun aber hatte es mein Interesse geweckt und ich war sehr überrascht, wie motivierend sein Inhalt war.

„Auf ein Wort junge Leute!“ von Prof. Dr. Ali Fuad Basgil
Übersetzt von H. Achmed Schmiede

Zugegeben, die Übersetzung liest sich etwas schwer, aber dennoch möchte ich einige kleine Ideen aus diesem Büchlein hier mitverwenden. Das Thema selbst bezieht sich im Buch eher auf Erfolg in der Arbeitswelt. Ich wiederum nutze es als Stütze für das Thema:

Mit Willenskraft zu mehr Erfolg im Glauben

  1. Gefahren und Feinde auf dem Weg des Erfolgs

Faulheit ist eines der größten Feinde auf dem Weg zum Erfolg…

(Seite 16)

Während viele Gefahren uns mehr oder weniger offensichtlich von außen erreichen können, so schlummert dieser Feind ganz versteckt in uns selbst – getarnt in Worten, die wir uns selbst entgegen bringen, wie:

„Morgen fange ich wirklich an.“
„Ich habe gerade zu wenig Zeit dafür.“
„Ich muss nur noch schnell das hier erledigen.“
etc.

Diesen Feind kann man nur mit Willenskraft besiegen. Wie man die verbessern kann oder besser gesagt, wie man sich taktisch über die schwache Willenskraft hinwegsetzen kann,  dazu schreibe ich später.

Ein weiterer gefährliche Feind auf deinem Weg ist schlechte Gesellschaft.

(Seite 18)

Schlechte Freunde beeinflussen oft ganz unbemerkt das eigene Handeln, können einem von guten oder wichtigen Dingen abhalten oder sogar einreden, auf dem falschen Weg zu sein. Oft sind auch diese Feinde getarnt und geben sich als mitfühlend, hilfsbereit und wissend. Sie können durch ihr Auftreten und Sprechen sogar begeistern und überzeugen. Ihr Erfolg ist der äußere Schein und nichts ist ihm unangenehmer, wenn man in gewissen Bereichen besser ist als er. Dann wird heimtückisch der Erfolg zunichte gemacht, vielleicht nicht immer durch offensichtlichen Taten, aber durch subtile Worte.

Wenn Faulheit und schlechte Gesellschaft zusammen kommen, dann wird es um so schwerer, sich dem loszureißen.

Schutz vor schlechter Gesellschaft findet man nur, wenn man schon bei der Auswahl seiner Freunde auf wichtige Punkte im Charakter achtet:

  • Aufrichtigkeit
  • Ehrgeiz oder Fleiß
  • Neigung, Gutes zu tun
  • Abneigung, Schlechtes zu tun

Allein diese Eigenschaften sind oft schon Zeichen für weitere gute Charakterzüge, die einem helfen, selbst auf dem richtigen Pfad zu bleiben.

Wie alles Übel, so besitzen auch schlechte Vorbilder ihre eigene Giftsprache und – philosophie…

(Seite 20)

Vorbilder sind Leitfiguren, deren meist gehobenere Position, die Macht gibt, andere Menschen so zu gestalten, wie sie selbst sind oder wie sie sein sollten. Ob selbst erwählt oder von den Menschen als Vorbild erhoben, ist ihre Verantwortung größer, je mehr sie Einfluss haben.

Schlechte Vorbilder haben ihre Position meist auf dem Rücken ihrer Egozentrik und dem gutgläubigen Handeln anderer Menschen erreicht. Täuschung und Blendung sind ihre Mittel, Gier und Maßlosigkeit ihr Antrieb. Wählt man sie als Führer, so begibt man sich in eine Abhängigkeit, die unweigerlich ins Verderben führt und selbst einem davon abhält, sein eigenes Potenzial zu erkennen und auszuschöpfen.

Es kommt also darauf an, die Willenskraft heranzubilden und im Dienste des Guten einzusetzen…

(Seite 22)

2. Voraussetzungen für den Erfolg

Wenn wir es uns genau überlegen, dann ist Willenskraft die Grundvoraussetzung nicht nur des Erfolghabens im materiellen und soziologischen Sinn, sondern auch die des Glücklichseins.

(Seite 24)

Glück findet man nicht draußen, sondern in einem selbst. Mit Willenskraft, also konsequenter und zielstrebiger Arbeit, kann man dieses Glück erlangen – diese innere Zufriedenheit, die einen ruhiger macht und erstrahlen lässt.

Wann man diesen Zustand erreicht, hängt auch ganz stark davon ab, wie hoch man seinen Maßstab setzt, wie wichtig etwas für einen persönlich ist und wie sehr man sich bemüht, zu akzeptieren, dass auch Wendungen im Leben zum eigentlichen Ziel führen können – zumindest sehr nah daran.

Um zu verstehen, was Wille ist, wollen wir uns unsere Aktivitäten, d.h. die Gesamtheit unseres Tun und Handelns, die den Kontakt unserer Personalität mit der Außenwelt herstellt, aufmerksam betrachten.

(Seite 26/27)

Ereignisse in unserem Leben führen zu Veränderungen. Unser Leben wird somit stark von außen beeinflusst und dadurch befinden wir uns immer wieder in einem seelischen Wandel. Wir reagieren, wir lernen, wir verändern, wir handeln – alles aus unserem inneren Antrieb heraus. Man erkennt also zwei Arten von „Bewegungen“: unsere eigene und die von außen kommende.

Betrachten wir unsere eigenen Bewegungen genauer, so kommt man unweigerlich auf die Frage:

…sind alle Bewegungen, die wir als die unseren bezeichnen, weil sie ihr Prinzip in unserer Existenz finden, wirklich unsere?

(Seite 29)

Vieles in unserer Entwicklung läuft außerhalb unseres Bewusstseins ab: wachsen, laufen lernen, sprechen lernen, Instinkte, Gewohnheiten, Reflexe etc.

Während Instinkte artspezifisch oder artcharakterisitisch sind, sind Gewohnheiten individuell. Durch wiederholen wird aus einer zunächst bewussten Handlung (abschauen, nachmachen) eine automatische.

Instinkte entstehen aus einem natürlichen Bedürfnis heraus, während Gewohnheiten meist aus dem Nichts heraus und künstlich hervorgerufen werden.

Kurz: Instinkte werden bei der Geburt mitgebracht, Gewohnheiten sind dagegen die jeweils erste Handlung.

(Seite 32)

Um so wichtiger ist es, dass man sich schlechte Gewohnheiten erst gar nicht aneignet, indem man die erste Handlung dafür schon unterlässt. Eher lohnt es sich nützliche, zum Erfolg führende Gewohnheiten zuzulegen.

Handlungen unter Einfluss ähneln zunächst den Handlungen aus Instinkt oder Gewohnheit heraus, aber kommen nicht aus uns selbst. Dazu muss ich nicht wirklich viel zusätzlich schreiben, denn allein Werbung kann als äußerer Einfluss geschickt, das Handeln der Menschen beeinflussen.

Sobald wir vor einer Entscheidung stehen und abwägen müssen, unser Gehirn Optionen durchgeht und wir etwas beschließen, kommt der eigene Wille ins Spiel.

Halten wir fest: Wille ist die Kraft unseres Verstandes, zu denken, zu beschließen und unter mehreren möglichen Handlungsweisen zu wählen.

(Seite 35)

Nun kann man sich für eine gute oder schlechte Handlungsweise entscheiden. Während die Entscheidung für die gute Handlungsweise aus menschlicher und moralischer Neigung getroffen wird, so entspricht die Entscheidung für die schlechte Handlungsweise eher der tierischen Empfindung und Begierde, also den niederen Gelüsten.

Während einige Wesenszüge angeboren sind und andere erworben werden, so sollte man nicht denken, das die angeborenen Wesenszüge so unabänderbar unser Schicksal besiegeln. Vielmehr sollte man sich bewusst werden, dass durch Kraft und Mühe man mit diesen Wesenszügen arbeiten muss, um seinen Erfolg zu bekommen. Allah hat uns diese Eigenschaften gegeben und unsere Prüfung ist es, diese zu erkennen und zu akzeptieren, sie zu nutzen und in etwas Gutes umzuwandeln.

Erkennt man seine Schwächen, so kann man taktisch diese überwinden und erfährt durch konsequentes daran arbeiten eine Stärkung des Willens. Zusammen mit den Stärken lenkt man den Weg des Erfolges und gelangt somit an sein Ziel.

3. Beispiel

  • Ziel: erlernen einer Sure
  • Hindernis: Zeit, Schwierigkeiten beim erlernen durch die fremde Sprache

Wer das Problem auf dem Weg zum Ziel erkannt hat, muss nun Taktiken finden, dieses zu überwinden.

Zunächst ist der Zeitfaktor, den man sich aber so zu Nutzen macht, indem man sich diesen in kleine Teile zerlegt.
(pro Tag nur wenige Minuten, die Sure wird in einzelne Verse unterteilt und immer nur ein Teil gelernt, bis dieser sitzt)

Man schafft sich ein Ritual, welches im Ablauf immer gleich sein sollte.
(Wudu nehmen, ruhigen Platz aufsuchen, Dua beten, Vers rezitieren)

Mehrere Quellen und Wiederholungen ermöglichen ein intensiveres Gefühl für das Thema und einen höheren Lerneffekt.
(Karteikarten mit Lautschrift und Transliteration selbst schreiben, wiederholtes Hören und Nachsprechen – auch mit Hilfe unterschiedlicher Rezitatoren, visuelles Verdeutlichen durch ansehen von Videos, Aufmalen eigener gut einzuprägender Bilder, Figuren, Zeichen etc. (Mindmapping)
sobald die Konzentration nachlässt, sollte man eine bewusste und zeitbegrenzte Pause einlegen, wo man sich mit etwas ganz anderem beschäftigt)

Es hilft die Faulheit zu überwinden, wenn man sich Motivationen setzt
(z.B: eine Belohnung)

Außerdem lohnt es sich mit anderen Geschwistern zusammen zu tun, die durch ihre eigene Zielstrebigkeit einen pushen.
(vielleicht sogar einen kleinen Wettbewerb daraus machen)

Inspirationen durch Vorbilder helfen, die eigene Motivation zu steigern.
(Kinder, die schon mit 6 fantastisch rezitieren können oder alte Menschen, die noch mit 80 angefangen haben, den Koran auswendig zu lernen etc.)

* * *

Willenskraft wächst durch viele Komponenten und wenn man sich erstmal bewusst wird, wie viele Möglichkeiten man hat, sein Ziel zu erreichen, dann kann aus einem enthusiastischen Anfang eine Gewohnheit werden, die letzendes zum Glück führt.

Fazit:

  1. Gute Gewohnheiten sind der Schlüssel zum Erfolg

  2. Rituale helfen, gute Gewohnheiten zu festigen

  3. Motivation, Inspiration und gute Gesellschaft erleichtern auf dem Weg zum Ziel.

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