Ratschläge geben – aber wie?

Wie oft erlebt man Geschwister, die etwas unislamisches tun, schreiben oder sagen. Und dann fühlt man sich auf einmal in der Pflicht, einen Ratschlag (Nasiha) geben zu müssen. Doch hier gilt es einige Regeln zu beachten, damit Shaytan nicht zwischen dem Ego (Nafs) und dem Ratschlag seine Bösartigkeit entfalten kann.

Worauf man achten sollte:

Objektivität

Jeder von  uns hat seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, die bei bestimmten Situationen hervorgerufen werden und positiv wie auch negativ eine innere Haltung zu einem Thema hervorrufen können.

Um einen Ratschlag geben zu können, muss man aber diese innere Haltung etwas zurückschrauben bzw. ganz abstellen. Unsere Erlebnisse sind nicht die gleichen, wie die des Lösungsssuchenden und auch unsere Erinnerungen sind nicht die selben. Objektivität nennt man das.

Wie erreicht man diese Objektivität? Indem man das Problem des Suchenden betrachtet, Umstände erfragt (nicht einfach vermutet) und anhand der vorhandenen Fakten ähnliche Fälle sucht. Nützlich sind Berichte von Fachmännern/frauen, die sich bereits intensiver mit solchen Problemen beschäftigt haben.

Verantwortung

Wer schon Ratschläge gibt, sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein, zuverlässige und wahrheitsgemäße Aussagen zu machen. Das setzt natürlich Wissen vorraus. Verantwortung bedeutet, das Recht des anderen nicht zu verletzen, denn am Tag des jüngsten Gerichts, wird der Suchende sein Recht wieder einfordern und dass kann sehr entscheidend werden.

Wissen

Wer ohne genaues Wissen Ratschläge gibt, läuft Gefahr, Fehlinformationen weiterzugeben. Wer kein Wissen über die Frage des Suchenden hat, hat immer noch die Möglichkeit ehrlich zuzugeben, nichts zu wissen und eventuell an Wissende weiterzureichen. Ich empfehle dennoch dieses Unwissen zu nutzen, um sich selbst darüber zu informieren, damit man eigene Lücken wieder füllen kann.

Bedachte Worte

Damit meine ich vor allem, keine Beleidigungen oder auch zu viele Worte. Antworten sind in kurzer und prägnanter Form einprägsamer und verpackt in den besten Worten übermitteln sie dem Suchenden das Gefühl für Verständnis. Beleidigungen, die übrigens nicht immer durch böse Worte erkennbar sind, geben dem Suchenden nur das Gefühl weniger Wert zu sein, weil zu wenig Wissen vorhanden war.

 Quellen

Am überzeugensden und damit auch auf der sicheren Seite, all die vorherigen Punkte eingehalten zu haben, sind Aussagen der Gelehrten oder von Experten zu nutzen. Manschmal hat man vielleicht nicht die passende Quelle parat, dann verzichtet man lieber auf die Beantwortung der Frage und kann immer noch später dem Suchenden eine Antwort geben. Sicher ist sicher!

Mein Ratschlag

Auch ich musste erst lernen, nicht zu allem meinen Senf beitragen zu müssen. Gerade das „Halbwissen“ wird zum Verhängnis und richtet mehr Schaden an, als einem bewusst werden kann. Ich empfehle jedem öfters zu Schweigen oder dem Suchenden lieber Hinweise auf Personen zu geben, die definitiv mehr Wissen haben.

Wenn man einen falschen Ratschlag gegeben haben sollte, dann zeugt es von Respekt, sich zu entschuldigen und aufzuklären. Keine Scham, denn wir sind alle nur Menschen und können Fehler machen.

Möge Allah unsere Fehler verzeihen und uns gegenseitig immer eine Hilfe sein. Amin

Nützliche Infos zum Thema Ratschläge geben (wird in shaa Allah erweitert):

http://www.goethe.de/ (PDF)

Ratschlag Checkliste 
(zum anpinnen an die Wand, damit man sich immer vorher vergewissern kann!)

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Ein Kommentar zu „Ratschläge geben – aber wie?

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